7 beliebte Kleidungsstoffe bewertet nach ihrer Umweltfreundlichkeit

7 beliebte Kleidungsstoffe bewertet nach ihrer Umweltfreundlichkeit

Rund 1,1 Millionen Tonnen Textilien werden pro Jahr alleine in Deutschland in den Müll geworfen. Weltweit hat sich von dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2015 die Anzahl der Kleidungskäufe geradezu verdoppelt. Studien zufolge könnte sich die Anzahl im Jahr 2030 nochmal verdoppeln. Die Textilindustrie hinterlässt damit einen riesigen ökologischen Fußabdruck. Um die Umwelt zu schonen, heißt dies für uns als Verbraucher umso mehr darauf zu achten, wie unsere Kleidung hergestellt wird. Dies erfordert, dass wir uns beim Kauf mit den Arbeitsbedingungen, Materialien, Herstellung und Transportbedingungen auseinandersetzten müssen. 
In diesem Beitrag stellen wir dir die 7 beliebtesten Kleidungsstoffe vor und beurteilen diese nach Aspekten der Umweltfreundlichkeit. 

1. Baumwolle
Baumwolle ist eine Naturfaser. Sie wächst nicht an Bäumen wie ihr Name zu vermuten gibt, sondern auf riesigen Plantagen an Pflanzen. Baumwolle ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und hat ihren größten Anwendungsbereich in der Textilindustrie. Circa ein Drittel aller Textilien besteht aus Baumwolle. Zwar ist Baumwolle als natürlicher Stoff biologisch abbaubar, jedoch zählt sie dennoch zu den umweltschädlichsten Nutzpflanzen. 
Die Baumwollindustrie verbraucht alleine 25 Prozent der weltweiten Insektizide und 10 Prozent der weltweiten Pestizide. Hinzu kommt, dass der Anbau von Baumwolle enorme Wassermengen benötigt. Nach dem WWF braucht man für ein einziges T-Shirt 2700 Liter Wasser, um die dazu notwendige Baumwolle herzustellen. 
Zwar scheint Bio-Baumwolle auf den ersten Blick eine gute Alternative, jedoch löst auch diese nicht alle Umweltprobleme. Beim Anbau von Bio-Baumwolle werden keine Pestizide und Herbizide verwendet. Mit 91 Prozent weniger Wasser verbraucht sie weniger als klassische Baumwolle und verursacht weniger Treibhausgasemissionen. Trotz dessen werden immer noch große Wassermenge für die Herstellung benötigt. Zudem müssen auch die CO2-Emissionen, der Transport, die Verpackung und die weiteren Herstellungsprozesse wie die Färbung beachtet werden. Diese kennzeichnen sich nämlich in der Regel als sehr umweltbelastend.

2. Hanf
Hanf ist vor allem wegen seiner Vielseitigkeit bekannt. Es findet Verwendung im Nahrungsbereich, in Kosmetika, in Textilien und wird auch für die Herstellung von Gegenstände verwendet. 
Der Stoff zeichnet sich vor allem durch seine Haltbarkeit, Strapazierfähigkeit, Atmungsaktivität und feuchtigkeitsabweisende und antibakteriellen Eigenschaften aus. Durch häufiges Tragen und Waschen wird der Stoff weicher und ist am Ende seiner Lebensdauer biologisch abbaubar. In ökologischer Hinsicht benötigt Hanf zudem nicht viel Wasser. Abgesehen davon erneuert die Hanfpflanze durch ihr Wachstum den Boden und kann sogar das zwei- bis dreifache an Fasern produzieren wie Baumwolle. Sie bildet viele Wurzeln und wächst bis zu vier Meter hoch. Zudem muss sie nicht chemisch mit Herbizide gespritzt werden, worunter Bienen und Bodentiere zu Schaden kommen. Hanf ist zudem auch äußerst resistent gegen Pilzbefall, weshalb es auch hier keine chemischen Fungizide braucht. Allgemein ist die Pflanze sehr anspruchslos und wächst nahezu überall. Damit verkürzen sich die Transportwege und so auch der CO2-Verbrauch.


3. Leinen
Die Naturfaser Leinen wird aus der Flachspflanze hergestellt und ist damit ebenfalls biologisch abbaubar. In der Textilindustrie ist Leinen vor allem wegen seiner Langlebigkeit, Atmungsaktivität, Saugfähigkeit sowie seinen antimikrobiellen und kühlen Eigenschaften beliebt. 
In Hinblick auf seine Nachhaltigkeit ist feststellbar, dass die Flachspflanze auch ohne Pestizide oder Düngungsmittel auskommt und recht viel CO₂ speichert. Daneben gilt die Flachspflanze auch als sehr wasserschonend, da zumeist schon der natürliche Regen ausreicht und keine zusätzliche Bewässerung nötig ist. Auch in Bezug auf ihr Vorkommen ist Flachs sehr klimaschonend, denn er kann auch regional in Europa – wie in Norddeutschland – angebaut werden.


4. Bambus
Bambus gilt ebenfalls als Naturfaser und wird aus der Bambuspflanze gewonnen. 
Der Vorteil des Bambusmaterials ist, dass es unglaublich haltbar ist, feuchtigkeitsableitende Eigenschaften besitzt und eine ziemlich seidige Textur aufweist. 
Auf der einen Seite ist Bambus sehr umweltfreundlich, denn es benötigt nur geringe Mengen an Wasser und braucht auch kein Düngemittel oder Pestizide. Zudem ist er biologisch abbaubar.
Auf der anderen Seite ist Bambus in mancher Hinsicht aber dennoch recht umweltbelastend. So ist er sehr chemieintensiv und verbraucht eine große Menge an Abfall. 

5. Leder
Leder zählt zu einer der beliebtesten Stoffe der Textilindustrie. Es wird jedoch zumeist als äußerst umweltschädlich gesehen, da es von Tieren stammt. Leder besteht aus chemisch gegerbten, also haltbar gemachten, Tierhäuten. Die Herstellung hat damit nicht nur tierisches Leid zur Folge, sondern verbraucht im Sinne der Tierhaltung auch enorme Mengen an Wasser, Energie und CO2-Ausstoß. Die Verarbeitungs- und Gerbungsmethoden von Leder gelten als äußerst giftig und die Arbeiter, welche zumeist Kinder sind, sind in der Regel unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. 
Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Lederalternativen, welche vegan und nachhaltig sind. Dazu zählt beispielsweise Leder aus Kork, Ananasblätter oder auch Pilze.


6. Polyester
Polyester ist eine Kunstfaser und Mikrofaser aus Plastik. Es besteht aus Polyethylenterephthalat beziehungsweise PET. Polyester ist äußerst billig und weit verbreitet. Hergestellt wird es aus Erdöl, Steinkohle, Kalk und Erdgas. Folglich kann es bis zu 200 Jahre dauern, bis es sich zersetzt hat. Um Polyester abzubauen, sind einige weitere chemische Prozesse erforderlich. Somit kann es in der Regel höchstens recycelt werden.


7. Wolle 
Wolle wird durch das Scheren des Fells von Schafen hergestellt. Viele halten an der Meinung fest, dass das Scheren von Schafen keine Teilquälerei ist. Manche gehen sogar weiter und argumentieren, dass es gut für die Tiere sei, da sie irgendwann geschoren werden müssen. Es ist jedoch Tatsache, dass ohne den menschlichen Eingriff, die Tiere nicht so viel Wolle bekämen. Es würde ihnen nur so viel Wolle wachsen, wie nötig. Zu Beginn der Wollzucht wurden die Schafe nämlich durch das kontinuierliche Auszupfen ihres Fells dazu verleitet, immer weniger Wolle zu produzieren. Darüber hinaus ist nicht zu bestreiten, dass Schafe unter äußerst quälerischen und nicht-artgerechten Bedingungen gehalten werden. Selbst in europäischen Länder wie Deutschland und Großbritannien erleiden Schafe durch die Wollproduktion extreme Qualen. 
Abgesehen davon verursacht die Wollproduktion extreme Umweltschäden. Dazu zählen beispielsweise die Chemiebäder, welche den Schafen und Ziegen entzogen werden. Dabei werden die Tiere in giftige Brühen gebadet, um sie vor Parasiten und Pilze zu schützen. Diese müssen speziell entsorgt werden und verschmutzen Gewässer und Böden beträchtlich.

Bei der Wahl der Kleidung ist in Hinblick auf Umweltfreundlichkeit auf die Herstellung, Transportbedingungen und Arbeitsbedingungen zu achten. Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass alle Stoffe aus tierischem Material wie Leder und Wolle nicht nur Tierleid bewirken, sondern auch der Umwelt äußerst zu Schaden kommt. Auch Material aus Plastik wie Polyester solltest du beim Kauf – besonders wenn es nicht recycelt wurde – vermeiden. Obwohl es sich bei herkömmliche Baumwolle um eine Naturfaser handelt, ist sie vor allem aufgrund der notwendigen großen Wassermengen und Chemikalien kaum als umweltschonend zu sehen. Bio-Baumwolle ist demgegenüber eine bessere Alternative, wobei du aber auch hier darauf achten solltest, woher diese kommt und wie die Herstellung zu sehen ist. Leinen und Hanf zählen dahingegen jedoch zu den nachhaltigsten Kleidungsstoffen. 

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Datum

8. März 2022

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